Kirche Kellinghusen/Hennstedt

Ev.-Luth. Kirchengemeinde Kellinghusen

Kirche Hennstedt

Die Kirche

Kirche Kellinghusen

Hans Kock wurde mit einer völligen Neugestaltung beauftragt, wobei er weitestgehend freie Hand hatte. Durch zwei Brände der Kirche in den Jahren 1686 und 1929 war vom ursprünglichen Inventar der Kirche ohnehin nichts mehr vorhanden.

Dunkel und muffige Enge sollten nun Weite und freundlicher Helligkeit weichen, das war die Vorgabe. Außen blieb die Kirche Dorfkirche, im Inneren ist sie seither ein Kunstwerk in moderner Zeichensprache, das sich dem Besucher erst erschließen muß. Das alte Äußere und das moderne Innere mögen der Kontinuität des Glaubens einerseits und seiner Aktualität und Zeitgemäßheit andererseits entsprechen. Der Blick fällt auf den hellen, lichtdurchfluteten Altarraum mit dem dunklen Eichenkreuz, das sich vom hellen Hintergrund deutlich abhebt. Die Kirchenbänke sind bequemen Stühlen gewichen, die große Flexibilität in der Nutzung des Raumes ermöglichen. Rechts unterhalb der Orgelempore befindet sich ein Ölgemälde, das die Ausstattung des Raumes vor dem Brand 1929 darstellt.

Kanzel Ins Auge fällt die Kanzel. Die Rundung entspricht den romanischen Rundbögen der Fenster und dem Bogen zum Altarraum, ihr Material - Beton - ist aus der Wand herausgeführt. Vorgegebene Formen und Materialien wurden bei der Neugestaltung einbezogen. Die Kanzel ist als "Hand Gottes" dargestellt, welche den Prediger bei seiner Aufgabe hält. Oder lassen sich die drei "Finger" als Symbol der Dreieinigkeit erkennen? Oder als "Ausstrahlung des verkündeten Wortes"? Stufen erscheinen oft in der Formgebung von Hans Kock. Sind sie der Lebensweg des Menschen? Weisen sie den Weg nach oben? Dort lösen sich die Formen auf, werden leichter, geschwungener, die "himmlische" Farbe Gold erscheint. Der Betrachter möge es auf sich wirken lassen.

Der 1955 von dem Bildhauer Otto Flath aus einem Eichenblock geschaffene Taufstock trägt die Umschrift 1. Kor, 12, 13a: "Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft". Symbole des christliche Glaubens wie Kreuz, Taube und Fisch sind an der Seite zu erkennen. Die Taufschale aus Messing mit der Inschrift Eph. 4, 5, 6a: "Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott" ist eine Arbeit von Schülern der Kieler Muthesiusschule.

Die vier Buntglasfenster rechts oben an der Südseite sind 1935 von dem Bergassessor Herrn Dr. Krawehl aus Rensing gestiftet worden. Geschaffen wurden sie von der Künstlerin Elisabeth Coester (20.02.1900 - 18.05.1941) aus Westfalen. Sie zeigen die Ankündigung der Geburt Jesu und das Weihnachtsgeschehen, die Darstellung Jesu im Tempel, die Hochzeit zu Kana (siehe Foto) und das himmlische Jerusalem. Diese Fenster wurden von Prof. Hans Kock als künstlerisch wertvoll angesehen und bewußt in seinen Entwurf integriert.

Der Altarraum

Kirche Kellinghusen Altarraum

Der Altarraum ist der älteste Teil der Kirche. Seine Rückwand führt hinaus in die Weite: Himmel und Wolken sind oben zu sehen, sonnendurchflutete Hügel darunter, hinter dem Kreuz Wasser - des Sees Genezareth? Das massive, schlichte Auferstehungskreuz wirft seinen Schatten in die Welt hinaus und erscheint vor der Unendlichkeit des Himmels wie ein Mahnmal und ein Zeichen für das anstößige "Wort vom Kreuz". Lesepulte, Leuchter und Altar sind alle in derselben Form- und Farbgebung geschaffen. Den Altar ziert an seiner Front die Lutherrose. Zwei 1993 von Hans Kock geschaffene schmiedeeiserne Leuchter fügen sich in ihrer Formgebung in das Vorhandene ein und hüllen den Raum besonders bei Abendgottesdiensten oder Konzerten in warmes und feierliches Licht.

Die Orgel

Auf dem Weg zurück zum Ausgang fällt der Blick auf die Orgelempore und den gewaltigen Orgelprospekt. Die Orgel mit 3 Manualen, 2500 Pfeifen und 35 Registern wurde nach dem Kirchenbrand 1929 von der Firma Sauer aus Frankfurt an der Oder gebaut. 1960 wurde die Orgel durch die Firma Kemper in Lübeck elektrifiziert und hat dadurch eine elektro-pneumatische Ton- und Registersteuerung. Die Bilder in den Kassetten der Emporenbrüstung stellen ein Gegengewicht zu den Buntglasfenstern dar. Sie entstanden 1993 und sind jeweils zur Mitte hin spiegelbildlich angeordnet, einmal zur Orgel, einmal zur Taube, dem Symbol des Heiligen Geistes. Treppe, Blüte, Kelch Harfe und Engel lassen sich als weitere Motive erkennen. Die abstrakte Deckenmalerei durchbricht die von der Holzkonstruktion vorgegeben Formen und öffnet den Raum nach oben. Beachtenswert in ihrer Formgebung sind auch die Decken- und Wandlampen.

Der Weg hinaus führt unter der Orgelempore hindurch. Dieser Raum unter der Empore wird in unterschiedlicher Weise genutzt und verwandelt sich häufig. Ist die Kirche voll besetzt, so reichen die Stuhlreihen bis ganz hinten. Mitunter stehen hier anstelle der Stühle Bistro-Tische und lassen einladende Atmosphäre aufkommen. So im Anschluß an den Jugend-Gottesdienst, wenn hier beim "Treff" mit entsprechender Musik junge Menschen zusammenkommen. Oder es ist "Open Church" zu den großen Kellinghusener Märkten. Dann sind hier der "Dritte-Welt-Stand", der Büchertisch sowie ein Kaffee- und Kuchenbuffet aufgebaut und es ist zum Verweilen eingeladen.
Über einen "Life-Besuch" in unserer Kirche würden wir uns wirklich freuen!