Baumgrabstätten auf dem Nordfriedhof

Wo? Wo wird einst des Wandermüden letzte Ruhestätte sein? Unter Palmen in dem Süden? Unter Linden an dem Rhein? Werd' ich wo in einer Wüste eingescharrt von fremder Hand? Oder ruh' ich an der Küste eines Meeres in dem Sand? Immerhin mich wird umgeben Gottes Himmel dort wie hier, und als Totenlampen schweben nachts die Sterne über mir. So dichtete Heinrich Heine. Wir leben in einer Zeit, in der sich vieles wandelt und so ändert sich auch die Art, wie wir unsere Toten begraben. Viele Menschen fühlen sich von der Form der Waldbestattung angezogen und entscheiden sich dafür. Der Kirchengemeinderat hat deshalb beschlossen, diesem Bedürfnis nachzukommen und in Kellinghusen die Möglichkeit der Baumbestattung auf dem Nordfriedhof zu schaffen. Der Chef der Friedhofsverwaltung, Herr Lipp und sein Team haben Bäume gepflanzt und den bestehenden großen Baumbestand entsprechend gepflegt. Daneben wurde ein Holzkreuz errichtet, bei dem Angehörige Blumen ablegen können. Es können innerhalb des Baumgrabfeldes die Bäume frei gewählt werden - noch junge oder schon ganz alte Bäume stehen dort. Es werden je Baum vier Abteilungen vergeben, die nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet sind. Dort wird die Urne beigesetzt. Es handelt sich um eine naturnahe, individuelle und exklusive Grabstätte, alle Bäume sind unterschiedlich und die gesamte Baumbestattungsfläche ist ganz naturbelassen. Sie profitieren aber dennoch von der gesamten Infrastruktur eines Friedhofs. Die Grabnutzungszeit ist der Ruhezeit entsprechend auf 20 Jahre festgesetzt. Bei der Auswahl wird jeder Baum einer Sichtprüfung unterzogen, aber die Friedhofsverwaltung übernimmt keine Gewähr, dass der Baum wirklich die Ruhezeit von 20 Jahren über erhalten bleiben wird. Sollte er aber wider Erwarten gefällt werden müssen, wird die Friedhofsverwaltungen einen Ersatzbaum derselben Art so nahe wie möglich am entfernten Baum nachpflanzen. Die Urnen werden in Abhängigkeit des Wurzelwerks des Baumes in einigem Abstand vom Stamm beigesetzt. Je älter der Baum und je dicker der Stamm, desto weiter entfernt vom Stamm müssen die Urnen beigesetzt werden, um dem Baum nicht zu schaden. Daher können nur bis zu 2 Urnen pro Abteilung beigesetzt werden. Das Anbringen von Hinweisen, Schildern, Tafeln und anderen Gegenständen am Baum ist nicht gestattet. Es ist darüber hinaus nicht zulässig:Kränze, Grabschmuck, Blumen und sonstige Grabbeigaben niederzulegen, Kerzen oder Lampen aufzustellen, Anpflanzungen vorzunehmen. Als Grabmal ist pro Abteilung nur ein unbearbeiteter Findling (die Naturbelassenheit des Baumgrabfeldes soll durch verschiedenen Steintypen gewährleistet bleiben) bis zu einer Größe von ca. 40cm x 40cm x 30 cm (BxHxT) zugelassen. Das Aufstellen ist genehmigungspflichtig und daher der Friedhofsverwaltung per Antrag anzuzeigen. Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich gerne an Herrn Peter Lipp oder den Kirchengemeinderat. Schauen Sie sich doch einmal das neue Grabfeld an, besuchen Sie den Nordfriedhof.